TRAUMSTADT - Lyonel Feininger und seine Dörfer

Die neue Ausstellung vom 15. September bis zum 15. Dezember 2019 im Kunsthaus Apolda Avantgarde.

Brücke IV - Brücke in Weimar, 1918, Öl a. Lwd., Kirchner Museum Davos, Stiftung Baumgart-Möller, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Brücke IV - Brücke in Weimar, 1918, Öl a. Lwd., Kirchner Museum Davos, Stiftung Baumgart-Möller, © VG Bild-Kunst, Bonn 2019

Vom 15. September 2019 bis 15. Dezember 2019 zeigt das Kunsthaus Apolda Avantgarde im Rahmen des 100. Gründungsjubiläums des Bauhauses die Ausstellung Traumstadt – Lyonel Feininger und seine Dörfer. Sie untersucht Feiningers mehr als 50 Jahre währende Auseinandersetzung mit Dörflichkeit und Urbanität und seine Vorstellung einer „alten“ und „neuen“ Welt im Kontext zunehmender Industrialisierung und Verstädterung zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Präsentiert werden fast 90 Naturnotizen, Karikaturen, Aquarelle, Druckgrafiken und Gemälde aus den Jahren 1890 bis 1955. Diese werden als Leihgaben von internationalen Privatsammlern und renommierten Museen aus den USA, Großbritannien, der Schweiz und Deutschland zur Verfügung gestellt werden, etwa der Phillips Collection in Washington D.C., der Solomon R. Guggenheim Foundation, New York, dem North Carolina Museum of Art, Raleigh, den Harvard Art Museums, Busch-
Reisinger Museum, Marlborough Fine Arts, London, dem Kirchner Museum Davos, den Staatlichen Museen zu Berlin, den Staatlichen Kunstsammlungen Chemnitz und der Lyonel-Feininger-Galerie in Quedlinburg.

Der deutsch-amerikanische Künstler Lyonel Feininger (1871-1956) gehörte zu den herausragenden Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts. Beeinflusst von Kubismus und Futurismus entwickelte er als Lehrer und Künstler am Weimarer und Dessauer Bauhaus eine kristalline, transparente Lichtmalerei, in deren Mittelpunkt Architektur und Formkonstruktion standen. Doch schon in den frühen phantastischskurrilen Großstadtszenen und Dorfansichten schlug sich die Beschäftigung Feiningers mit urbanem und dörflichem Leben nieder. In seinen Karikaturen - Wimmelbilder reich an Figuren, episodischen Geschichten und humorigen Anspielungen – brachte Feininger die sozial- gesellschaftlichen und politischen Bezüge seiner Gegenwart auf den Punkt und trat wie in seinen Comic-Strip-Serien und Mummenschanzbildern als Erzähler von witzigen und grotesken Geschichten hervor.

Auch der Roman „Die andere Seite“ (1909) von Alfred Kubin, mit dem Feininger lange Jahre in Briefkontakt stand, und die darin geschilderte Fantasiestadt Perle machten die Dörfer des Weimarer Landes zu Phantasmagorien seiner inneren Vorstellungswelt.
Feininger war Nostalgiker und Romantiker und lebte lieber in seinen Erinnerungen. Die in Weimar entstandenen Naturnotizen und Zeichnungen benutzte Feininger dabei sowohl als Vorlagen für seine Karikaturen und Gemälde als auch für die in den Jahren 1906/1907 entstandenen Comic-Strip-Serien „The-Kin-der-Kids“ und „Wee Willie Winkie‘s World“, die er im Auftrag der „Chicago Sunday Tribune“ fertigte.
Feininger sah sich 1937 durch die nationalsozialistische Kulturpolitik veranlasst, Deutschland nach fünf Jahrzehnten zu verlassen. Angesichts der Wolkenkratzer, die die Skyline Manhattans seit dem Bauboom Anfang der 1930er radikal verändert hatten und die Feininger nun zum ersten Mal sah, erweiterte sich das Motivrepertoire der Städte und seine Bildauffassung nochmals. Allerdings blieben die Thüringer Dörfer auch in Amerika vorherrschendes Thema. Sie sind Ausdruck seines romantischen
Wunsches, eine „alte“ Welt und seine Erinnerungen zu erhalten.

Veranstalter der Ausstellung, die von Dr. Andrea Fromm und Tom Beege kuratiert wird, sind der Kreis Weimarer Land, die Kreisstadt Apolda und der Kunstverein Apolda Avantgarde e. V.

Zur Ausstellung erscheint ein umfangreicher Katalog.

Förderer des Projektes sind der Freistaat Thüringen, die Energieversorgung Apolda GmbH, die Sparkasse Mittelthüringen, die Sparkassenkulturstiftung Hessen- Thüringen, die Sparkassen-Versicherung, das Spa & Golf Resort Weimarer Land und die Grafe Advanced Polymers GmbH.

Die Ausstellung ist ein Projekt des Bauhausjahres.

Kontakt:
Kunsthaus Apolda Avantgarde
Bahnhofstraße 42
99510 Apolda
Telefon: 03644/515364
E-Mail: info@kunsthausapolda.de
Internet: www.kunsthausapolda.de

Öffnungszeiten: Dienstag – Sonntag
10.00 Uhr – 17.00 Uhr

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